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More Than Two: Fragen -- Kapitel 3: Ethical Polyamory

1. Have I disclosed all relevant information to everyone affected by my decision? -- Habe ich alle relevanten Informationen jedem mitgeteilt, der von meiner Entscheidung betroffen ist? Das ist zumindest mein Ziel und ich versuche es dauerhaft. Allerdings ist es nicht leicht für jedes kleine Detail im Leben zu bestimmen, und es handelt sich um einen dauerhaften Prozess. Grundsätzlich gilt: Ich bemühe mich, das so zu tun, und möglichst früh jede relevante Information zu teilen, weil informed consent unheimlich wichtig ist in meinen Augen. 2. Have I sought input from everyone affected? Have I obtained their consent where my decision overlaps their personal boundaries? -- Habe ich input von jedem gesucht, der betroffen ist? Habe ich ihren consent bekommen, wo meine Entscheidung ihre persönlichen Grenzen berührt / sie überschneiden? Auch das ist ein dauerhafter Prozess, um den ich mich sehr bemühe. Auch hier gilt, dass es manchmal nicht so einfach ist, sicher zu sein, jeden mit einbe...

More Than Two: Fragen -- Kapitel 2: The many Forms of Love

1. What are my needs in relationships? Are they attached to specific people? That is, do I need these things generally, or do I need them just from certain people? -- Was sind meine notwendigen Bedürfnisse in Beziehungen? Sind sie an bestimmte Personen geknüpft? Also, brauche ich diese Dinge grundsätzlich, oder nur von bestimmten Personen? Ich brauche Offenheit, Ehrlichkeit, Selbstverantwortung, ein gewisses Maß an Erwachsen Sein. Ich brauche Menschen, die zuhören und erzählen, kommunizieren können. Die Rücksicht nehmen, aber dennoch erstmal auf sich achten. Selbstreflexion. Konsistenz zwischen dem Gesagten und dem Handeln. Affection, nicht unbedingt öffentlich, aber deutlich spürbar.. Das sind Dinge, die ich generell brauche, um Menschen in meine Nähe zu lassen, unabhängig davon, welche Art von Verbindung es ist oder werden soll. Darüber hinaus gibt es Dinge, die ich von spezifischen Personen brauche, was an die Person, aber auch die Art der Verbindung geknüpft ist, die wir mitein...

More Than Two: Fragen -- Kapitel 1: Starting the Journey

More Than Two hat am Ende jedes Kapitels Fragen, die man sich selbst beantworten kann, um sich klarer darüber zu werden, wo genau man in Bezug auf Beziehungen etc. steht, und sich selbst besser kennen zu lernen. Ich habe mir vorgenommen, sie für mich nochmal bewusst zu beantworten, und dachte mir, ich könnte sie genauso gut hier beantworten. 1. Have I ever felt romantic love for more than one person at the same time? -- Habe ich jemals romantische Liebe für mehr als eine Person zur selben Zeit empfunden? Ja. Das tue ich momentan sogar sehr stark. Und es fühlt sich wunderbar und befreit an. 2. Do I feel there can be only one "true" love or one "real" soulmate? -- Glaube ich, es kann nur eine "wahre" Liebe oder einen "echten" Seelenverwandten geben? Ganz und gar nicht. Ich denke, "DIE wahre Liebe" gibt es nicht. Liebe ist sehr vielfältig und kann verschiedenste Formen annehmen, selbst wenn man sich "nur" romantische Lieb...

Liebe

Liebe ist etwas besonderes, ja. Sie ist dabei aber keine Rarität. Und sie wird oft so unglaublich doll aufgebauscht, dass wir das, worum es dabei eigentlich geht, gar nicht mehr sehen können. Da sind dann immer sofort noch Erwartungen, und Rollen und tausend andere Dinge mit verknüpft, sodass wir gar nicht mehr darüber sprechen können, ohne direkt all diese Konstrukte darum mitzudenken. Dabei gehören sie gar nicht dazu. Nur weil ich jemanden liebe, muss ich keine Beziehung mit Mensch führen. Nur weil ich jemanden liebe, muss ich Mensch nicht nah sein. Ich muss Mensch nicht küssen wollen, oder Sex mit Mensch haben. Ich muss nicht mit Mensch zusammen wohnen, oder eine gemeinsame Zukunft anstreben. Geschweige denn Kinder, oder gemeinsame Anschaffungen. Ich muss Mensch das nicht einmal sagen wollen. Ich muss nichts an der Art der Verbindung ändern wollen, nur weil da plötzlich noch diese Liebe im Spiel ist. Ich muss nicht klammern, oder Besitzansprüche entwickeln. Ich muss es nicht to...

Hierarchie

Ich mag Hierarchie absolut nicht. Jedenfalls nicht in der Form, wie es allgemein im Kontext von Beziehungen auftaucht. So wie auch mit Labeln fühle ich mich nicht wohl mit einer inhärenten Hierarchie in Beziehungen. Weder wenn sie zwischen verschiedenen Beziehungsstrukturen und Arten besteht, noch zwischen spezifischen Beziehungen oder Menschen. Ich glaube nicht, dass, nur weil jemand einen spezifische Rolle in meinem Leben einnimmt, oder diese Rolle für eine bestimmte Zeit eingenommen hat, oder auch einfach nur länger als jemand anderes, dieser Mensch automatisch wichtiger, besonderer, oder gar wertvoller wird. Dieser Mensch bekommt keine spezielle Auszeichnung oder Position, die ihn über jeden anderen stellt. Ich glaube nicht, dass zuerst da zu sein einschließt, zuerst zu kommen - ganz bestimmt nicht für immer. Es ist nicht inhärent mehr Wert in einer romantischen oder sexuellen Beziehung als in einer platonischen, oder andersrum. Zeit ist nichts, das einer Beziehung automatisch m...

Labels

Labels . Wie schon sichtbar wurde, nutze ich Label. Viele relationship anarchists machen das nicht, und ich kann durchaus auch verstehen, warum. Allerdings finde ich, dass Label Kommunikation einfacher machen können, wenn man sie definiert - zumindest, wenn es notwendig ist. Beispielsweise, wenn man sich auf ein Label einigt für die Verbindung, die man hat. Labels sind da, um Menschen bei der Kommunikation zu helfen und es leichter zu machen.  Sie sind da, um Menschen dabei zu helfen, ähnliche Menschen zu finden, eine community zu finden, ein einfaches Wort für das Ding zu haben. Das ändert aber nichts an der Notwendigkeit,das Wort zu definieren. Nicht einmal, wenn es weit verbreitet genutzt wird. Polyamorie bedeutet nicht das gleiche für jeden, der sich als polyamorös identifiziert. Das gleiche gilt für Monogamie, Freund, Partner und was auch immer sonst. Sogar für Liebe. Eltern. Familie. Label sind ein einfaches Werkzeug, um etwas zu beschreiben, ohne es definieren zu müssen, ...

Wer ich bin

Mehr als drei Jahre bin ich mir nun bewusst darüber, polyamorous zu sein und lebe in entsprechenden Beziehungen. Fast ebenso lange identifiziere ich mich als relationship anarchist, und für mich fühlt es sich an, als gehörten beide Konzepte natürlich zusammen, auch wenn das natürlich nicht der Fall ist. Es war kein besonders langer Weg für mich, diese beiden Beziehungskonzepte für mich als passend zu finden, aber hart war er dennoch. Ich war mir schon recht früh darüber bewusst, dass Monogamie nichts für mich ist, hatte aber nicht die richtigen Worte dafür und schon gar nicht die richtigen Menschen, um darüber zu sprechen. Monogamie war nicht nur einfach Standard, sondern darüber hinaus scheinbar auch die einzige Option. Sogar einfach Sex zu haben war meist keine Option, und es gab nicht nur eine Beziehung, in der ich mich wiederfand, weil die Person, mit der ich Sex hatte beides verknüpft hatte und jedem, den ich kannte, erzählte, dass wir nun in einer vollwertigen Beziehung seien....