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Posts mit dem Label "trauma" werden angezeigt.

Meine Pronomen (Update)

Vor fast 4 Jahren habe ich schon einmal über Pronomen geschrieben. Damals stand ich noch ganz am Anfang meiner Transition, war noch unsicher, wohin sich das entwickelt. Oder wer ich eigentlich bin. Selbst mein Coming Out war noch nicht wirklich abzusehen. Es waren die ersten Schritte zu Erkenntnis. Mittlerweile hatte ich mein Coming Out. Genderqueer, genderfluid non-binary trans masc. Ich habe einen neuen Namen. Seit einem guten Jahr bin ich auf HRT. Und bald werde ich meine Mastektomie haben. In short, meine Transition ist mittlerweile ganz gut vorangeschritten. Und ich fühle mich wohl mit mir, heimischer in meinem Körper. Und auch wohler damit, Platz einzunehmen. Sichtbar zu sein. Mehr zu kämpfen. Und vor allem habe ich festgestellt, dass meine Ablehnung von "Mann" vor allem an toxischer Männlichkeit , insbesondere cisheteroweißer Männlichkeit liegt. Weil ich damit zu viele negative Erfahrungen gemacht habe, und einfach sehr eindeutig nicht so sein will. Je mehr Eindrücke...

Coming Out

Coming Out ist immer ein Prozess. Ein Kampf, als die Person gesehen zu werden, die ich bin. Nur, dass dieser Kampf nie aufhört. Ich habe die Wahl zwischen gesehen werden, aber dafür kämpfen müssen  oder nicht kämpfen, aber unsichtbar zu sein , wobei letzteres in der Regel damit einhergeht, mich selbst zu verlieren, traumatisiert und invalidiert zu werden und so schließlich im Tod endet. Ein Tod, in den wir getrieben werden, weil von uns erwartet wird, dass wir uns verleugnen. Nicht in die normativen Vorstellungen meiner Umgebung zu passen, bedeutet, mir jedes bisschen Raum, jede Luft zum Atmen, Anerkennung, accessibility erkämpfen zu müssen. Und dabei ständig auf Unverständnis, Zurückweisung, Vorwürfe, Ablehnung, Hass und Gewalt zu stoßen. Oft sogar von jenen, die behaupten, sie würden mich unterstützen (wollen). Jedes Mal ist es ein Glücksspiel, wie Menschen reagieren. Die Gefahr von Gewalt ist ständig präsent - selbst wenn ich versuche, mich zu verstecken. Denn passen werde ich t...

Kalam: Darkness

I'm sitting in darkness again, wrapped up in it like a comfortable blanket hiding my shape from the world. A world I no longer belong to, disconnected like the dead but still breathing, wandering. Darkness is like a shield, a trusted friend with whom I can let go of the mask, stop pretending to live. For while I'm still wandering this earth, my soul has died with them and all that's left is an empty shell and a broken promise. And still I wander, going through the motions at day but the night is mine for the darkness mirrors my soul. Quiet it lays over my heart, enveloping me in its gentle touch holding space for everything that's lost while I beckon Death.

Semikolon

Das Semikolon hat, neben der grammatikalischen Bedeutung, auch eine metaphorische. Wie das grammatikalische Semikolon ist das metaphorische ebenfalls kein Komma, aber auch kein richtiges Ende.   Mein Leben hätte hier enden können. Es ist aber weitergegangen. Ich habe überlebt. Das Semikolon bekommt in seiner metaphorischen Bedeutung zunehmend Bedeutung für mich. Nicht, weil das alles so neu ist, sondern weil ich schon mehrfach an diesem Punkt stand. Ich erinnere mich an zwei Instanzen sehr deutlich, in denen ich um Hilfe gebeten habe, weil ich an dem Punkt war. Und .. einfach keine kam. "Du willst doch nur Aufmerksamkeit" und ähnliche Aussagen, als ich verzweifelt nach Auswegen gesucht habe. Nach Hilfe. Nach Unterstützung. Nach Gründen, es nicht zu tun. Als einfach alles so viel gewesen ist, dass ich nicht mehr konnte. Aber auch Angst davor hatte. Obwohl, das ist nicht richtig. Ich hatte keine Angst. Ich wusste, dass es mir hätte Angst machen sollen, auch wenn ich sie nicht f...

Trauma und Consent

Mir ist wieder ein Artikel untergekommen, zu dem ich einige eigene Gedanken habe, dieses Mal von Tochter Kampfstrumpf . Darin erzählt sie von ihrer Erfahrung mit einem Consent Workshop, warum der für sie nicht funktioniert hat und was Trauma damit zu tun hat. Menschen, die Trauma erlebt haben, brauchen da teils andere Dinge oder auch einfach nur mehr Raum oder Unterstützung. Vieles von dem, was sie schreibt, entspricht sehr meinen eigenen Erfahrungen.  Als meine Sitznachbarin an der Reihe ist meinen Arm zu streicheln, fragt sie mich, ob das, was sie macht so in Ordnung ist, oder ich etwas anderes möchte. Ich kann die Frage nicht beantworten, horche in mich rein, atme tief ein und aus, schließe die Augen und öffne sie wieder. Ich finde keinen Zugang zu dem Gefühl und merke, wie ich davon gestresst werde. Ist das in Ordnung? Möchtest du das gerade? Wie oft habe ich keine Antwort darauf, weiß nicht, was mir gerade gut tun würde. Weiß nicht mal, ob das Bedürfnis, wenn ich es denn endli...

Meine Pronomen

Seit ich mir meines Geschlechtes bewusster werde, dem näher komme, die Transfeindlichkeit ablege, mir selbst einfach näher komme und all das auch bewusster wahrnehme bzw. überhaupt erst zulasse und mich auch mit anderen Erfahrungen auseinandersetze, wird mir immer klarer, dass ich trans bin. Und vor allem auch, welches flavor of trans ich bin. Lange Zeit habe ich gedacht, dass das absolut unwichtig ist und nichts ausmacht. Am Ende bin ich Mensch, Geschlecht ist nicht identitätsstiftend. Und das ist zu einem gewissen Grad auch immer noch richtig - aber ich fühle mich auch zunehmend unwohl damit, von anderen Menschen als Frau wahrgenommen zu werden. Ich kann Komplimente nicht ernst nehmen und erst recht nicht annehmen, wenn sie an mich als Frau gerichtet sind. Nicht, weil ich nicht glaube, dass der Mensch das so meint, sondern weil ich keine Frau bin und das entsprechend nichts mit mir zu tun haben kann. Weil ich mich nicht gesehen, nicht wahrgenommen fühle, und Komplimente an ein Ich...

Schreiben

Schreiben war für mich schon immer wichtig. Zum ausdrücken, sortieren, bewusst werden. Für Klarheit und Erkenntnis. Ordnen. Ruhe zurückerlangen. Wichtiges Instrument, um mich selbst besser wahrzunehmen, mich klarer zu sehen, mich zu erkennen, mir näher zu kommen. Zu verstehen. Weniger das Außen, vielmehr das Innen. Es war lange die einzige Möglichkeit, überhaupt in Kontakt mit mir selbst, meinen Gefühlen, meinen Bedürfnissen zu treten. Und auch heute erlange ich Klarheit oder Ruhe oftmals nur dann, wenn ich aufschreibe, was in mir vorgeht. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum ich blogge. Dinge aufschreiben liegt mir, ist essentiell für mich. Gedanken und Gefühle ordne ich immer noch am leichtesten in Schriftform. Und.. es ist auch leichter, andere daran teilhaben zu lassen, anstatt immer wieder zu versuchen, neue Worte zu finden. Zumal das schriftlich für mich so unglaublich viel einfacher ist. Ich habe nie wirklich verstanden, warum es nötig sein soll, das vorher zu so...

Losing Myself

My world is crashing down around me. Rubble everywhere, big chunks of me breaking to  a thousand pieces when touching the ground. It feels like rain, just that it's not made of water but of all the things my world is made of. Love. Compassion. Joy. Happiness. Light. Community. Connections. Colors. Meanwhile, I'm sitting there, watching. Still, unmoving. Sometimes, a smile crosses my face, when something shows parts of its past beauty, its value to me, while crashing down. It's getting darker by the second. I do realize it happening, but at the same time, it feels so familiar that I'm not sure if I just imagined it having been brighter before. My memories darken, too. I may even have lost even more. Who knows? Part of me is wondering why I'm all alone. Another is convinced it has never been any other way. Were these dreams? Are those memories? Sometimes, I can see strings leading somewhere, and when I think about these things, some of them seem to be tugged a...

Swim or drown

It's like I've been swimming in an ocean, never knowing where I am, if I move or not, and if I do, if it's in circles or has direction. All my life, I've been swimming, trying not to drown. For most of it, I've been on my own - or even pushed under water by those supposed to help me. There's no land I can see. Nothing to rest on, nothing to hold on to. Just these endless waves of cold water all around me, and it's infinite depths. Sometimes, there have been people. On boats, trying to help me. Giving me some kind of shelter, some kind of a break. Sometimes, they're there, shouting out for me - and I still don't see them, don't hear them. Fighting against the waves on my own again, although I don't need to. Thing is.. I need to be aware of them being there to be able to get their help. They can't reach me otherwise. When my fear of drowning is too strong, though, in the moments where I'd need them the most, I can't see them...

Broken

I'm broken. When I move, I hear the clinking and crunching of all the broken pieces of my self. Even only breathing, I feel these shards rubbing against each other. Constant pain. I just want to be held, tightly, as not to move, just for a moment. To feel whole again, not just all these pieces of myself scrambled together. I want to be held, and, just for a moment, feel safe in this horrible world with my damaged self. I miss the warmth of another body. The love in your eyes, shining a warm light towards the fragments of light inside me. I miss the gentle touch of your skin, reminding me that I'm not dead, neither my body nor my soul. I miss the smile reminding me of my beauty, of my strength. I miss your smell, reminding me that I'm not alone. Miss your voice encouraging me. All I see, all I hear, are just my own head's lies, its monsters. Unworthy. Unlovable. Alone. Cold. Hurt. Broken. A million pieces. And I'm wondering.. maybe.. But I don't want to...

Checkliste für ungesunde Beziehungen

Ich bin mit emotionaler und psychischer Misshandlung aufgewachsen. Das ist ein vollkommen normales Thema für mich, vollkommen normales Verhalten. Es ist noch nicht sehr lange her, dass ich sagen kann, dass ich vermutlich (vorübergehend) abuse aus meinen privaten Beziehungen gebannt habe. Da abuse für mich aber vollkommen normal war, hat mein Kopf Schutzmechanismen entwickelt, die grundsätzlich immer funktionieren. Hintergrund dafür war, dass der abuse aus meiner Familie kam, ich dem also nie entgehen konnte. Ich musste also andere Wege finden, dem zu entgehen - auch, wenn ich ihm faktisch nicht entgehen konnte. Das menschliche Hirn ist unheimlich gut darin, solche Dinge zu bewerkstelligen und dafür zu sorgen, dass die eigene Integrität erhalten bleibt, auch wenn es zu sehr hohen Kosten passiert. In meinem Fall ist es darauf hinausgelaufen, dass ich abuse nicht mehr (direkt) sehen kann, wenn ich selbst davon betroffen bin. Zum einen eben, weil es vollkommen normal ist (naja, mittle...