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Posts mit dem Label "boundaries" werden angezeigt.

Die Schwierigkeiten mit Safewords

Safewords sind unheimlich wichtig. Safewords sind vorher vereinbarte Worte, die dafür sorgen sollen, dass Menschen eine Situation, in der sie sich nicht mehr gut/wohl fühlen, schnell und unkompliziert abbrechen können. Safewords können von jeder beteiligten Person jederzeit genutzt werden. Hierbei geht es vor allem um körperliche und seelische Unversehrtheit. In der Regel wird auch davor darüber gesprochen, was ein Safeword genau bedeutet und wie damit umgegangen werden muss. Oft beinhaltet es aber den Abbruch der Situation. Ich.. habe mit Safewords Probleme. Nicht, weil ich das Konzept an sich problematisch finde, im Gegenteil. Mein Problem mit Safewords - und auch allen anderen Alternativen in der Richtung - ist, dass es voraussetzt, dass sich der Mensch in der Situation daran erinnern können muss. Wenn ich eine Situation mit einem Safeword unterbrechen will, gibt es einige Dinge, an die ich in dem Moment denken muss: a) es gibt ein Safeword Ich muss mir jederzeit bewusst sein, dass ...

NRE oder auch: Hilfe, ich bin verliebt!

Ich beobachte gerade warm-glücklich, wie mir liebe Menschen in NRE versinken und davon auch ein wenig überfordert sind. An der ein oder anderen Stelle habe ich auch schon mit Rat (oder Umarmungen) beigestanden. Weil ich gerade so im Thema bin, habe ich das also als Anlass genommen, mal niederzuschreiben, was ich in den letzten Jahren so gelernt habe, teils durch andere Ressourcen, teils durch eigene Erfahrungen. Vielleicht fangen wir aber vorne an. Was ist NRE überhaupt? NRE, Englisch New Relationship Energy, bezeichnet die "Energie", die sich zu Beginn einer Beziehung einstellt. Es geht um die "Rosarote Brille", von der häufig gesprochen wird. Dabei kann sich NRE auch in nicht-romantischen Verbindungen einstellen, meistens wird aber von NRE in Verbindung mit romantischen, häufig auch sexuellen, Verbindungen gesprochen. NRE beginnt oft schon, bevor es eine Beziehung im klassischen Sinne gibt, nämlich wenn (beidseitiges) Interesse an einer (n...

Glass Ceiling Questions: Wie weit kann unsere Beziehung gehen?

Nicki Wick hat ein paar Glass Ceiling Questions (englisch) für Beziehungen zusammengetragen, die ich unheimlich spannend finde. Entsprechend gibt es sie hier einmal beantwortet: Do you practice hierarchy? -- Lebst du deine Beziehungen hierarchisch? Ich finde, dass es schwierig ist, diese Frage so pauschal zu beantworten. Für mich macht es schon einen Unterschied, ob ich mit dem Menschen an der Kasse spreche, gerade eine tiefere Verbindung aufbaue oder schon Jahre nahe Verbindungen mit Menschen habe. Nicht jeder Mensch ist gleich. Nicht jeder Mensch ist mir gleich nah. Nicht mit jedem Menschen möchte ich die gleichen Dinge teilen, entsprechend stehen nicht jedem Menschen alle Möglichkeiten frei. Ich habe das hier bereits im Detail erläutert. If so, which kind of hierarchy do you practice (prescriptive or descriptive)? -- Wenn ja, welche Art Hierarchie lebst du (präskriptiv oder deskriptiv)? Definitiv deskriptiv. Präskriptive Hierarchie ist nichts für mich. Aber es gibt definitiv Mensc...

Trauma und Consent

Mir ist wieder ein Artikel untergekommen, zu dem ich einige eigene Gedanken habe, dieses Mal von Tochter Kampfstrumpf . Darin erzählt sie von ihrer Erfahrung mit einem Consent Workshop, warum der für sie nicht funktioniert hat und was Trauma damit zu tun hat. Menschen, die Trauma erlebt haben, brauchen da teils andere Dinge oder auch einfach nur mehr Raum oder Unterstützung. Vieles von dem, was sie schreibt, entspricht sehr meinen eigenen Erfahrungen.  Als meine Sitznachbarin an der Reihe ist meinen Arm zu streicheln, fragt sie mich, ob das, was sie macht so in Ordnung ist, oder ich etwas anderes möchte. Ich kann die Frage nicht beantworten, horche in mich rein, atme tief ein und aus, schließe die Augen und öffne sie wieder. Ich finde keinen Zugang zu dem Gefühl und merke, wie ich davon gestresst werde. Ist das in Ordnung? Möchtest du das gerade? Wie oft habe ich keine Antwort darauf, weiß nicht, was mir gerade gut tun würde. Weiß nicht mal, ob das Bedürfnis, wenn ich es denn endli...

More Than Two: Fragen -- Kapitel 22: Relationship Transitions

1. How do I approach the end of my relationships? What do I want from my former partners? -- Wie begegne ich dem Ende meiner Beziehung? Was möchte ich von meinen ehemaligen Partnern? Ich begegne einem Ende offen. Das kann passieren und tausende Gründe haben. Mir ist wichtig, dass es freundschaftlich und respektvoll endet. Nicht immer ist das zu bewerkstelligen, aber es ist mir wichtig. Ich wünsche mir, dass ich mit meinen ehemaligen Partnern Kontakt haben kann, wenigstens soweit, dass wir die gleichen sozialen Räume besuchen können, ohne dass es sich doof anfühlt. Es ist schön, wenn es eher eine Deeskalation wird, als eine wirkliche Trennung, aber es ist okay, wenn das nicht geht - ob für den Moment oder grundsätzlich. 2. If a relationship ends, what does that mean for my other partners? Will I try to promote one of them to primary? -- Was bedeutet es für meine anderen Partner, wenn eine Beziehung endet? Werde ich einen von ihnen zu meinem Primary machen? Das Ende einer meiner B...

More Than Two: Fragen -- Kapitel 21: Poly Puzzles

1. Do the choices I make take me closer to, or further from, the best version of me? -- Bringen mich die Entscheidungen, die ich treffe, näher zu der besten Version meiner selbst, oder führen sie davon weg? Ich denke, das kommt immer auf die Situation an. Grundsätzlich ist mein Ziel schon, mir selbst näher zu kommen und zu wachsen, anstatt mich klein kriegen zu lassen. Ob das die beste Version meiner selbst ist, kann ich schwer beurteilen. Ich weiß nicht, wo die Enden dieser Skala sind, aber gebe mein Bestes. 2. When I am faced with conflict, how do I seek to act with courage? -- Wenn ich einem Konflikt gegenüberstehe, wie versuche ich, mutig zu handeln? Ich spreche den Konflikt an und versuche, meinen Standpunkt sinnvoll darzulegen, aber auch den Standpunkt meines Gegenübers zu hören. Andernfalls ist es unmöglich, gemeinsam nach Lösungen oder Wegen zu suchen, wie es funktionieren kann. Gleichzeitig werde ich nicht um jeden Preis versuchen, den Konflikt zu lösen - das muss schon ...

Checkliste für ungesunde Beziehungen

Ich bin mit emotionaler und psychischer Misshandlung aufgewachsen. Das ist ein vollkommen normales Thema für mich, vollkommen normales Verhalten. Es ist noch nicht sehr lange her, dass ich sagen kann, dass ich vermutlich (vorübergehend) abuse aus meinen privaten Beziehungen gebannt habe. Da abuse für mich aber vollkommen normal war, hat mein Kopf Schutzmechanismen entwickelt, die grundsätzlich immer funktionieren. Hintergrund dafür war, dass der abuse aus meiner Familie kam, ich dem also nie entgehen konnte. Ich musste also andere Wege finden, dem zu entgehen - auch, wenn ich ihm faktisch nicht entgehen konnte. Das menschliche Hirn ist unheimlich gut darin, solche Dinge zu bewerkstelligen und dafür zu sorgen, dass die eigene Integrität erhalten bleibt, auch wenn es zu sehr hohen Kosten passiert. In meinem Fall ist es darauf hinausgelaufen, dass ich abuse nicht mehr (direkt) sehen kann, wenn ich selbst davon betroffen bin. Zum einen eben, weil es vollkommen normal ist (naja, mittle...

Zeitmanagement

Ich wurde vor kurzem gefragt, wie ich entscheide, mit wem ich wie viel Zeit verbringen möchte. Und wie ich das allgemein handhabe mit der Terminplanung. Und wie entscheide ich nun, mit wem ich wann wie viel Zeit verbringen möchte? Die erste, einfachste Antwort ist tatsächlich irgendwie.. Bauchgefühl. Ich verbringe Zeit mit den Menschen, mit denen ich gerade Zeit verbringen möchte. Ganz so einfach ist es aber nicht. Hinein spielen noch sehr viele andere Komponenten. Zum einen ist da, wie sehr ich einen Menschen gerne sehen möchte, also die Lust darauf. Ich denke, das ist relativ einfach und weit verbreitet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand gerne Zeit mit einem Menschen verbringt, auf den er (gerade) keine Lust hat. Möglichkeiten sind unheimlich wichtig. Aus unterschiedlichsten Gründen gibt es nicht immer die Möglichkeit, Zeit mit jemandem zu verbringen. Das kann Entfernung sein, oder nicht zusammen passende Zeitpläne/Tagesabläufe. Für mich ist außerdem Zeit ein sehr gro...

Commitment als Tauschhandel?

Ich wurde vor Kurzem gefragt, ob sich auf emotionale Nähe und Tiefe einzulassen nicht schon aus sich heraus ein Tauschhandel sei. Einer, für den Vertrauen notwendig sei, und damit verbunden eben ein klares commitment, immer füreinander da zu sein. Tatsächlich hat mich die Frage irritiert. Was mich wiederum ebenfalls irritiert hat, denn es ist noch nicht allzu lange her, dass ich noch dachte, beinahe jede Verbindung, die ein gewisses Maß an Nähe und Tiefe erreicht, müsste grundsätzlich auch einen Tauschhandel beinhalten. Typischerweise, in meinem Erleben, commitment und Nähe gegen Autonomie und Freiheit. Stellt sich heraus: Absolut nicht. Der eigentliche Aufhänger für meinen Post hier war aber tatsächlich die Frage, ob ich mir nicht mehr commitment wünschen würde, wenn es bspw. darum geht, dass ich einen Menschen gern sehen möchte, v.a. in einer Situation, wo ich ihn zum Reden brauche, und dieser mich nicht sehen will. Und tatsächlich ist das eine wundervolle Situation, um zu verdeu...

Sex Positivity

Ich bin heute über  diesen  Artikel gestolpert und auch wenn ich es irgendwie schon wusste, hat es mich doch etwas erschreckt, wie viel Sex Positivity als Begriff ausgenutzt wird, um Menschen zu Dingen zu zwingen, die sie nicht wollen. Wie ein Begriff, der eigentlich etwas positives hervorbringen sollte und Selbstbestimmung stärken, indem Angst und Scham um das Thema Sex reduziert werden, nun die selben Mechanismen von Angst und Scham nutzen, um in die andere Richtung Druck und Zwang auszuüben. Es erschreckt mich, und macht mich traurig, weil es immer wieder so wirkt, als würden Menschen nicht dazu lernen. Als seien sie ewig gefangen in ihrer eigenen kleinen Welt, in der jeder genau so sein muss, wie sie ihn gerne hätten. Anstatt einfach anzunehmen, dass Menschen unterschiedlich sind und es einfach nichts gibt, das für jeden passt. Und das muss es auch nicht. Wie ich es verstehe, und glaube, dass es gedacht war, ist, dass es bei dem Konzept von Sex Positivity darum geht, ...

Verantwortung für andere

Immer wieder wird uns mitgeteilt, dass wir Verantwortung tragen müssen. Nicht nur für uns selbst, auch für die Menschen in unserer Umgebung. Verantwortung für ihre Bedürfnisse, für ihr Wohlergehen. Ich glaube nicht. Sicherlich tragen wir Verantwortung für Kinder, die sich in unserer Obhut befinden. Aber nur, weil sie das nicht selbst können. Vielleicht für andere Angehörige, eben weil sie es nicht mehr selbst können. Aber Verantwortung für jemanden zu übernehmen, der dazu durchaus selbst in der Lage ist, erwachsen, im Besitz seiner geistigen Kräfte, ist übergriffig. Es macht den Menschen klein, raubt ihm seiner Autonomie und Selbstständigkeit. Seiner Selbstverantwortung. Verantwortung für jemanden zu übernehmen, der dazu selbst in der Lage ist, beraubt ihn seiner Selbstständigkeit und bedeutet, dass man ihn behandelt wie jemanden, der dies nicht kann. Jemanden, dem man das nicht zutraut. Andere Menschen liegen nicht in meiner Verantwortung. Ich, die Erfüllung meiner Bedürfnisse,...

More Than Two: Fragen -- Kapitel 13: Empowered Relationships

1. How do I encourage decision-making participation by all my partners? In what ways do I show my partners they are empowered? -- Wie ermutige ich meine Partner dazu, an Entscheidungen mitzuwirken? Mit welchen Mitteln zeige ich meinen Partnern, dass sie eigenmächtig sind? Tatsächlich wurde mir vor Kurzem erst gesagt, dass ich das nicht tun würde. Daher reflektiere ich das momentan sehr genau. Mein Ziel ist es zumindest, zu reden. Menschen daran teilzuhaben, wo ich gerade stehe und ihnen zuzuhören, wo sie gerade sind, um dann zu sehen, wie das zusammen passt. Dabei sollte es darum gehen, dass sich niemand verdrehen muss, und sich alle wohl fühlen. Manchmal funktioniert das nicht. Ich will Menschen das Gefühl geben, dass sie selbst entscheiden können, was sie wollen und was nicht, und wir dann gemeinsam einen Weg finden, der für uns passt. Es ist mir wichtig, dass Menschen - nicht nur meine Partner - immer wissen, dass sie wichtig sind, dass sie Möglichkeiten haben und Entscheidunge...