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Die 5 Sprachen der Entschuldigung

Multiamory hat schon 2017 eine Episode über die 5 Sprachen der Entschuldigung  herausgebracht, in der sie Dr. Gary Chapman zitieren bzw. zusammenfassen. Ich fand die Episode sehr hilfreich, weil sie die Kategorien und ihre Unterschiede gut herausarbeitet und Beispiele gibt. Hier also eine ausdrückliche Empfehlung dafür. Beide Ressourcen sind allerdings auf Englisch und der Test fragt nach binärem Geschlecht, obwohl das nicht nötig ist. Es gibt die Möglichkeit, es nicht beantworten zu wollen, aber toll ist das dennoch nicht. Die 5 Sprachen der Entschuldigung sind, ähnlich wie die 5 Sprachen der Liebe , eine Kategorisierung, um sich bewusst zu machen, welche Arten des Ausdrucks wir selbst besser sprechen und verstehen können und dass das nicht für alle Menschen gleich ist. Ich finde diese Art der Konzeptualisierung unheimlich hilfreich, auch weil sie zu mehr Bewusstsein über mich selbst, aber auch meine Mitmenschen führt. Das bedeutet, dass ich Dinge leichter erkennen und schätzen k...

Die 5 Sprachen der Liebe

Liebe ist ein Gefühl. Aber Lieben ist auch eine Handlung - nämlich dann, wenn ich nicht nur für mich liebe, sondern ein Gegenüber habe, dem ich das mitteilen möchte, mit dem ich das teilen mag. Dr. Gary Chapman hat dazu ein Modell entworfen, das er Die 5 Sprachen der Liebe nennt. Dazu gibt es auf seiner Seite einen Test . Der Test ist allerdings auf Englisch und fragt nach binärem Geschlecht. Die Frage kann unbeantwortet bleiben, taucht aber auf. Kurz zusammengefasst sagt er, dass wir Liebe unterschiedlich ausdrücken können und Menschen unterschiedliche Aspekte davon unterschiedlich gut sprechen und verstehen können. Sprechen und Verstehen müssen dabei auch nicht deckungsgleich sein, obwohl Chapman selbst diese Trennung, soweit ich weiß, nicht macht. Das Modell ist relativ einfach gehalten und es kommt immer wieder die Kritik auf, dass bestimmte Aspekte fehlen oder die Kategorien nicht fein genug sind. Grundsätzlich finde ich aber, dass es ein guter Ansatz ist, mal darüber nachzudenke...

Die Schwierigkeiten mit Safewords

Safewords sind unheimlich wichtig. Safewords sind vorher vereinbarte Worte, die dafür sorgen sollen, dass Menschen eine Situation, in der sie sich nicht mehr gut/wohl fühlen, schnell und unkompliziert abbrechen können. Safewords können von jeder beteiligten Person jederzeit genutzt werden. Hierbei geht es vor allem um körperliche und seelische Unversehrtheit. In der Regel wird auch davor darüber gesprochen, was ein Safeword genau bedeutet und wie damit umgegangen werden muss. Oft beinhaltet es aber den Abbruch der Situation. Ich.. habe mit Safewords Probleme. Nicht, weil ich das Konzept an sich problematisch finde, im Gegenteil. Mein Problem mit Safewords - und auch allen anderen Alternativen in der Richtung - ist, dass es voraussetzt, dass sich der Mensch in der Situation daran erinnern können muss. Wenn ich eine Situation mit einem Safeword unterbrechen will, gibt es einige Dinge, an die ich in dem Moment denken muss: a) es gibt ein Safeword Ich muss mir jederzeit bewusst sein, dass ...

NRE oder auch: Hilfe, ich bin verliebt!

Ich beobachte gerade warm-glücklich, wie mir liebe Menschen in NRE versinken und davon auch ein wenig überfordert sind. An der ein oder anderen Stelle habe ich auch schon mit Rat (oder Umarmungen) beigestanden. Weil ich gerade so im Thema bin, habe ich das also als Anlass genommen, mal niederzuschreiben, was ich in den letzten Jahren so gelernt habe, teils durch andere Ressourcen, teils durch eigene Erfahrungen. Vielleicht fangen wir aber vorne an. Was ist NRE überhaupt? NRE, Englisch New Relationship Energy, bezeichnet die "Energie", die sich zu Beginn einer Beziehung einstellt. Es geht um die "Rosarote Brille", von der häufig gesprochen wird. Dabei kann sich NRE auch in nicht-romantischen Verbindungen einstellen, meistens wird aber von NRE in Verbindung mit romantischen, häufig auch sexuellen, Verbindungen gesprochen. NRE beginnt oft schon, bevor es eine Beziehung im klassischen Sinne gibt, nämlich wenn (beidseitiges) Interesse an einer (n...

Glass Ceiling Questions: Wie weit kann unsere Beziehung gehen?

Nicki Wick hat ein paar Glass Ceiling Questions (englisch) für Beziehungen zusammengetragen, die ich unheimlich spannend finde. Entsprechend gibt es sie hier einmal beantwortet: Do you practice hierarchy? -- Lebst du deine Beziehungen hierarchisch? Ich finde, dass es schwierig ist, diese Frage so pauschal zu beantworten. Für mich macht es schon einen Unterschied, ob ich mit dem Menschen an der Kasse spreche, gerade eine tiefere Verbindung aufbaue oder schon Jahre nahe Verbindungen mit Menschen habe. Nicht jeder Mensch ist gleich. Nicht jeder Mensch ist mir gleich nah. Nicht mit jedem Menschen möchte ich die gleichen Dinge teilen, entsprechend stehen nicht jedem Menschen alle Möglichkeiten frei. Ich habe das hier bereits im Detail erläutert. If so, which kind of hierarchy do you practice (prescriptive or descriptive)? -- Wenn ja, welche Art Hierarchie lebst du (präskriptiv oder deskriptiv)? Definitiv deskriptiv. Präskriptive Hierarchie ist nichts für mich. Aber es gibt definitiv Mensc...

Semikolon

Das Semikolon hat, neben der grammatikalischen Bedeutung, auch eine metaphorische. Wie das grammatikalische Semikolon ist das metaphorische ebenfalls kein Komma, aber auch kein richtiges Ende.   Mein Leben hätte hier enden können. Es ist aber weitergegangen. Ich habe überlebt. Das Semikolon bekommt in seiner metaphorischen Bedeutung zunehmend Bedeutung für mich. Nicht, weil das alles so neu ist, sondern weil ich schon mehrfach an diesem Punkt stand. Ich erinnere mich an zwei Instanzen sehr deutlich, in denen ich um Hilfe gebeten habe, weil ich an dem Punkt war. Und .. einfach keine kam. "Du willst doch nur Aufmerksamkeit" und ähnliche Aussagen, als ich verzweifelt nach Auswegen gesucht habe. Nach Hilfe. Nach Unterstützung. Nach Gründen, es nicht zu tun. Als einfach alles so viel gewesen ist, dass ich nicht mehr konnte. Aber auch Angst davor hatte. Obwohl, das ist nicht richtig. Ich hatte keine Angst. Ich wusste, dass es mir hätte Angst machen sollen, auch wenn ich sie nicht f...

Trauma und Consent

Mir ist wieder ein Artikel untergekommen, zu dem ich einige eigene Gedanken habe, dieses Mal von Tochter Kampfstrumpf . Darin erzählt sie von ihrer Erfahrung mit einem Consent Workshop, warum der für sie nicht funktioniert hat und was Trauma damit zu tun hat. Menschen, die Trauma erlebt haben, brauchen da teils andere Dinge oder auch einfach nur mehr Raum oder Unterstützung. Vieles von dem, was sie schreibt, entspricht sehr meinen eigenen Erfahrungen.  Als meine Sitznachbarin an der Reihe ist meinen Arm zu streicheln, fragt sie mich, ob das, was sie macht so in Ordnung ist, oder ich etwas anderes möchte. Ich kann die Frage nicht beantworten, horche in mich rein, atme tief ein und aus, schließe die Augen und öffne sie wieder. Ich finde keinen Zugang zu dem Gefühl und merke, wie ich davon gestresst werde. Ist das in Ordnung? Möchtest du das gerade? Wie oft habe ich keine Antwort darauf, weiß nicht, was mir gerade gut tun würde. Weiß nicht mal, ob das Bedürfnis, wenn ich es denn endli...