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Posts

Checkliste für ungesunde Beziehungen

Ich bin mit emotionaler und psychischer Misshandlung aufgewachsen. Das ist ein vollkommen normales Thema für mich, vollkommen normales Verhalten. Es ist noch nicht sehr lange her, dass ich sagen kann, dass ich vermutlich (vorübergehend) abuse aus meinen privaten Beziehungen gebannt habe. Da abuse für mich aber vollkommen normal war, hat mein Kopf Schutzmechanismen entwickelt, die grundsätzlich immer funktionieren. Hintergrund dafür war, dass der abuse aus meiner Familie kam, ich dem also nie entgehen konnte. Ich musste also andere Wege finden, dem zu entgehen - auch, wenn ich ihm faktisch nicht entgehen konnte. Das menschliche Hirn ist unheimlich gut darin, solche Dinge zu bewerkstelligen und dafür zu sorgen, dass die eigene Integrität erhalten bleibt, auch wenn es zu sehr hohen Kosten passiert. In meinem Fall ist es darauf hinausgelaufen, dass ich abuse nicht mehr (direkt) sehen kann, wenn ich selbst davon betroffen bin. Zum einen eben, weil es vollkommen normal ist (naja, mittle...

Demisexualität

Demisexualität ist ein Teil von Asexualität, oder liegt, je nach genauer Definition, irgendwo zwischen Asexualität und Sexualität. Ich persönlich würde es (für mich) eher als Teil von Asexualität betrachten, aber das liegt auch daran, wie genau das für mich funktioniert. Eine offizielle Definition gibt es hier: A demisexual person is someone who does not experience sexual attraction to another person unless or until they have formed an emotional connection with that person. It's more commonly seen in, but by no means confined, to romantic relationships. The term demisexual comes from the orientation being "halfway between" sexual and asexual . Nevertheless, this term does not mean that demisexuals have an incomplete or half-sexuality, nor does it mean that sexual attraction without emotional connection is required for a complete sexuality. When describing demisexuality as an orientation to sexuals, it is often mistaken as an admirable choice rather than an...

Träume und Erinnerungen

Ich wache auf von dem Gefühl deiner Finger in meinem Fleisch, an der Stelle, die du gestern Abend schon so gern gehabt hast. Ich kann spüren, wie du mich dabei festhältst, den anderen Arm um mich gelegt. Während ich deinen Atem genau hören kann, stockt meiner. Mein Bein ist schon sehr empfindlich und ich kann dein Lächeln und das Blitzen in deinen Augen ob meiner Reaktion sehr deutlich sehen. Ich beiße mir auf die Unterlippe und stöhne leise, als ich endlich wieder Luft hole. Aber als ich meine Augen wieder öffne, stelle ich fest, dass du wirklich nicht mehr hier bist. Dass mir mein Kopf nur eine wirklich realistische Mischung aus Erinnerung und Traum produziert hat. Das Gefühl von dir direkt hier wird durch diese Erkenntnis aber nur schwächer, vergeht nicht. Ich beobachte mich dabei, wie ich mich an meinem Kissen festhalte, genau wissend, wie du dich anfühlen würdest, mit meiner Nase die Stelle suchend, die nach dir riecht. Es ist beinahe unheimlich, wie genau das gerade präsent...

A Dream of Life or Death?

I had a bodily presence. It was constantly changing, but some things stayed the same. My voice was deep, resonating, and still soft. I didn't speak much. Didn't need to. I did not belong to the people I was with, but I was still part of them. They respected me, feared me to some extend. Me and what I could do. But I was, even though I didn't belong, part of them - part of their lives, their culture, their faith. I was where I belonged, even though I did not belong to them. My body was covered in orange silk-like fabric. I was hooded, and the fabric flowed around my body like a soft breeze that was caught and held in place. It seemed to change like my body did, but not as apparent. It didn't cover very much of my skin, but enough. My skin was dark and reflected the light, which made me seem to glow. Not quite black, but a dark brown. My appearance changed - sometimes, I was more feminine, sometimes more masculine, sometimes none of those. It changed from squishy or fat ...

Sterbehilfe

Tatsächlich weiß ich nicht, warum Sterbehilfe immer noch so unheimlich verpönt ist und etwas, das auf keinen Fall passieren darf. Manchmal frage ich mich, ob die Menschen, die am heftigsten dagegen schimpfen, schon mal Kontakt mit jemandem hatten, der in einer Situation gewesen ist, in der er sich über Sterbehilfe als Ausweg gefreut hätte. Wie ich  hier  schon geschrieben habe, ist es für die allermeisten Menschen vollkommen normal und richtig, ein Tier zu "erlösen", wenn wir ihm nicht mehr helfen können und es recht sicher ist, dass es nicht mehr besser wird oder es kein angenehmes Leben mehr hat. Oftmals auch, wenn es nur nicht mehr in der Lage ist, seine Aufgaben zu erfüllen. Gleichzeitig ist es bei Menschen das schlimmste Übel, unabhängig davon, wie sehr sie leiden, wie sehr sie gern sterben wollen, wie weit sie überhaupt noch leben in ihrem eigenen Empfinden. Was in beiden Situationen gleich ist: Wir meinen, dass wir besser wissen, was für diese Lebewesen richtig ist ...

Fragen zum Tod

Ich habe in meinem Twitter-Feed einen Post gefunden, in dem es um den Tod geht und darum, dass er doch wichtiger Bestandteil des Lebens ist, wir uns aber immer wieder davor drücken, uns damit zu befassen. Darin wurden einige Fragen gestellt, um sich über das Thema mit Lieben zu unterhalten. Ich fand das gut und wollte das gerne einmal aus meiner Warte beantworten. 1. Hast du Angst vorm Tod? Nein. Für mich ist der Tod Teil des Lebens und gehört dazu. Bei dem Gedanken daran, dass ich Menschen vielleicht das letzte Mal sehen könnte, wird mir schon mulmig und ich werde traurig. Aber es ist auch okay.. am Ende ist das, was wir geteilt haben, für mich unheimlich wertvoll - unabhängig davon, wie lange wir das noch teilen werden, ob ich oder der andere Mensch stirbt. Heißt aber trotzdem nicht, dass ich gut darauf vorbereitet bin, oder es mich nicht mitnehmen würde, oder ich nicht dennoch hoffe, noch lange leben zu können, und auch meine Lieben noch lange in meinem Leben haben zu dürfen. ...

Zeitmanagement

Ich wurde vor kurzem gefragt, wie ich entscheide, mit wem ich wie viel Zeit verbringen möchte. Und wie ich das allgemein handhabe mit der Terminplanung. Und wie entscheide ich nun, mit wem ich wann wie viel Zeit verbringen möchte? Die erste, einfachste Antwort ist tatsächlich irgendwie.. Bauchgefühl. Ich verbringe Zeit mit den Menschen, mit denen ich gerade Zeit verbringen möchte. Ganz so einfach ist es aber nicht. Hinein spielen noch sehr viele andere Komponenten. Zum einen ist da, wie sehr ich einen Menschen gerne sehen möchte, also die Lust darauf. Ich denke, das ist relativ einfach und weit verbreitet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand gerne Zeit mit einem Menschen verbringt, auf den er (gerade) keine Lust hat. Möglichkeiten sind unheimlich wichtig. Aus unterschiedlichsten Gründen gibt es nicht immer die Möglichkeit, Zeit mit jemandem zu verbringen. Das kann Entfernung sein, oder nicht zusammen passende Zeitpläne/Tagesabläufe. Für mich ist außerdem Zeit ein sehr gro...

Äußerlichkeiten

Es ist schon immer wieder erstaunlich, zu bemerken, wie stark das Erscheinungsbild das Bild beeinflusst, welches wir von einem Menschen haben. Dabei werden wir natürlich von Stereotypen, Rollenbildern, Klischees und gesellschaftlichen Ansichten geprägt.. aber am Ende sind doch wir es, die dann bestimmte Dinge von einem Menschen erwarten - nur auf Grund seines Äußeren. Ich rede hier nicht mal von Kleidung. Die können wir uns ja zumindest noch zu einem gewissen Grad aussuchen - zumindest hier in Deutschland. Und uns dadurch hervorheben, individualisieren, Statements setzen. Oder eben nicht. Zumindest, wenn wir die Ressourcen dafür haben. Nein, ich meine den menschlichen Körper an sich. Wie er bewertet und beurteilt wird. Wahrgenommene Geschlechtszugehörigkeit bestimmt, was wir von einem Menschen erwarten. Wie wir sein Verhalten bewerten. Wie wir zu ihm stehen. Wie wir uns ihm gegenüber verhalten. Was wir für Annahmen über ihn treffen. Wie wir ihn kategorisieren, in allen möglichen Di...

Commitment als Tauschhandel?

Ich wurde vor Kurzem gefragt, ob sich auf emotionale Nähe und Tiefe einzulassen nicht schon aus sich heraus ein Tauschhandel sei. Einer, für den Vertrauen notwendig sei, und damit verbunden eben ein klares commitment, immer füreinander da zu sein. Tatsächlich hat mich die Frage irritiert. Was mich wiederum ebenfalls irritiert hat, denn es ist noch nicht allzu lange her, dass ich noch dachte, beinahe jede Verbindung, die ein gewisses Maß an Nähe und Tiefe erreicht, müsste grundsätzlich auch einen Tauschhandel beinhalten. Typischerweise, in meinem Erleben, commitment und Nähe gegen Autonomie und Freiheit. Stellt sich heraus: Absolut nicht. Der eigentliche Aufhänger für meinen Post hier war aber tatsächlich die Frage, ob ich mir nicht mehr commitment wünschen würde, wenn es bspw. darum geht, dass ich einen Menschen gern sehen möchte, v.a. in einer Situation, wo ich ihn zum Reden brauche, und dieser mich nicht sehen will. Und tatsächlich ist das eine wundervolle Situation, um zu verdeu...

Sex Positivity

Ich bin heute über  diesen  Artikel gestolpert und auch wenn ich es irgendwie schon wusste, hat es mich doch etwas erschreckt, wie viel Sex Positivity als Begriff ausgenutzt wird, um Menschen zu Dingen zu zwingen, die sie nicht wollen. Wie ein Begriff, der eigentlich etwas positives hervorbringen sollte und Selbstbestimmung stärken, indem Angst und Scham um das Thema Sex reduziert werden, nun die selben Mechanismen von Angst und Scham nutzen, um in die andere Richtung Druck und Zwang auszuüben. Es erschreckt mich, und macht mich traurig, weil es immer wieder so wirkt, als würden Menschen nicht dazu lernen. Als seien sie ewig gefangen in ihrer eigenen kleinen Welt, in der jeder genau so sein muss, wie sie ihn gerne hätten. Anstatt einfach anzunehmen, dass Menschen unterschiedlich sind und es einfach nichts gibt, das für jeden passt. Und das muss es auch nicht. Wie ich es verstehe, und glaube, dass es gedacht war, ist, dass es bei dem Konzept von Sex Positivity darum geht, ...

Verantwortung für andere

Immer wieder wird uns mitgeteilt, dass wir Verantwortung tragen müssen. Nicht nur für uns selbst, auch für die Menschen in unserer Umgebung. Verantwortung für ihre Bedürfnisse, für ihr Wohlergehen. Ich glaube nicht. Sicherlich tragen wir Verantwortung für Kinder, die sich in unserer Obhut befinden. Aber nur, weil sie das nicht selbst können. Vielleicht für andere Angehörige, eben weil sie es nicht mehr selbst können. Aber Verantwortung für jemanden zu übernehmen, der dazu durchaus selbst in der Lage ist, erwachsen, im Besitz seiner geistigen Kräfte, ist übergriffig. Es macht den Menschen klein, raubt ihm seiner Autonomie und Selbstständigkeit. Seiner Selbstverantwortung. Verantwortung für jemanden zu übernehmen, der dazu selbst in der Lage ist, beraubt ihn seiner Selbstständigkeit und bedeutet, dass man ihn behandelt wie jemanden, der dies nicht kann. Jemanden, dem man das nicht zutraut. Andere Menschen liegen nicht in meiner Verantwortung. Ich, die Erfüllung meiner Bedürfnisse,...

More Than Two: Fragen -- Kapitel 15: How Poly Relationships are Different

1. What are my existing commitments? How much time do they leave for new partners? -- Was für Verpflichtungen / Verbindlichkeiten habe ich bereits? Wie viel Zeit habe ich noch für neue Partner? Tatsächlich gehe ich meine commitments immer sehr individuell ein und überprüfe sie regelmäßig - sowohl für mich, als auch mit meinem Gegenüber gemeinsam. Grundsätzlich neige ich dazu, eher solche zu nehmen, die entweder nicht spezifisch für diese Person sind (Ehrlichkeit, Offenheit, dauerhafte Kommunikation über den Stand der Dinge), oder eben welche, die für den Moment gelten (bspw. Verabredungen, Absprachen für spezifische Situationen). Das führt dazu, dass meine commitments sehr flexibel sind und ich sie besser an die Gegebenheiten anpassen kann. Aber eben auch dazu, dass man sich sicher sein kann, dass sich nicht plötzlich Dinge ändern, weil eine ständige Kommunikation gegeben ist bzw. keine Versprechungen gegeben werden, die sich auf die Art der Beziehung beziehen und unhinterfragt beste...

Sex and Gender

Oder auch Geschlecht und Geschlechtsidentität. Für mich sind beides komische Konzepte, mit denen ich nicht viel anfangen kann. Geschlecht kann ich zumindest noch in gewisser Weise nachvollziehen: Ausprägungen eines Körpers, auch wenn das gar nicht so eindeutig ist, wie es immer dargestellt wird und primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale definitiv auch nicht immer eindeutig sind. Warum das wichtig sein soll, erschließt sich mir nicht, abgesehen von wenigen Ausnahmen. Und warum Menschen danach kategorisiert werden und das Unterschiede machen soll, ist mir auch unklar. Auch wenn mir bewusst ist, dass es zumindest kulturell bedingt sehr große Unterschiede gibt. Aber ob es die geben müsste? Da bin ich mir ganz und gar nicht sicher, auch wenn's gern so hingestellt wird. Geschlechtsidentität kann ich tatsächlich noch weniger nachvollziehen. Es gab in meinem Leben mittlerweile einen kurzen Moment, in dem ich dachte "Oh, so fühlt sich "männlich" also an?".. aber ic...

More Than Two: Fragen -- Kapitel 14: Practical Poly Agreements

When considering an agreement: -- Wenn eine Vereinbarung in Betracht gezogen wird: 1. What is the purpose of this agreement? -- Was ist der Zweck dieser Vereinbarung? Wie so häufig kommt das sehr darauf an, welche Vereinbarung man sich gerade ansieht und muss dann wirklich für jede einzeln betrachtet werden. Es ist auf jeden Fall wichtig, dass man sich dessen wirklich klar ist - nicht nur oberflächlich, sondern das eigentliche, zu Grunde liegende Bedürfnis kennt, um sinnvoll verhandeln zu können und zu wissen, was geht und was nicht. Auch, dass der  Zweck verstanden wird und nicht nur der Wortlaut. 2. Does the agreement serve the purpose it is intended to serve? -- Dient die Vereinbarung dem intendierten Zweck? Hier ist ein kritisches Hinterfragen wirklich wichtig. Auch dafür ist es notwendig zu wissen, welches Bedürfnis wirklich dahinter steht. 3. Is this agreement the only way to serve this purpose?  -- Ist die Vereinbarung der einzige Weg, den Zweck zu erfüllen? ...